Archiv für Januar 2009

nazizombies: worst case scenario

auch wenn ich erst unlängst entdeckt habe, dass es ein eigenes filmgenre namens kriegszombiefilme gibt; dass nazizombies irgendwann auch chancen haben werden es in die kinos zu schaffen, war für mich immer nur eine frage der zeit. statt vorfreude auf dead snow, kommt bei mir allerdings eher wieder trauer um worst case scenario hoch. warum musste dieses glanzprojekt holländischen nachbarschaftsbewußtseins nur aus geldmangel eingestellt werden?

Zur antizionistischen Demo in Ffm., 3. Jan.

Hier ein paar Impressionen vom Auftakt der Demonstration „Schluss mit der Aggression Israels“, heute in Frankfurt. Organisiert wurde die Demo von der palästinensischen Gemeinde Frankfurt, außerdem zur Teilnahme aufgerufen hat u.a. der antizionistische Pfaffe Stoodt. Beim Auftakt waren locker 2000 – 3000 Teilnehmer zugegen, später soll die Demo nach Angaben der Bullen auf 10000 angewachsen sein. Die Demo hatte offenbar einiges an Auflagen, wie folgendes Video veranschaulicht:

Die mit Abstand meistgerufene Parole war „Kindermörder Israel“ – ein Meer aus Palifahnen, -tüchern, Fotos von blutüberströmten Kindern und Kinder die solche Fotos trugen, bestimmten das Bild auf dem Kaisersack am Hauptbahnhof. Insgesamt war die Veranstaltung eine Manifestation antisemitischer antizionistischer Kriegspropaganda, moralisch anklagend, aggressiv und kämpferisch. Das Panorama schien mir erschreckend homogen, nach Kritik an der Hamas habe ich vergeblich gesucht. Die Grundmessage läßt sich in etwa wie folgt zusammenfassen: Mit der Behauptung eines „Vernichtungskrieges“ u.ä. gegen das palästinensische Volk wird Israel implizit bis nahezu explizit in die Nähe der Nazis gerückt, der Terror der Hamas als Verteidigungskrieg begriffen. Im Zuge dieser Täter-Opfer-Verkehrung wird Israel eine bewusst praktizierte, verschwörerisch die internationale Politik manipulierende Täter-Opfer-Verkehrung vorgeworfen, um auf diese Weise das unterstellte Ziel einer „ethnischen Säuberung“ zu verschleiern. Wenig überraschend wurde in diesem Zuge vielfach diese „Kritik“ an die deutsche Bundesregierung, insbesondere an Angela Merkel gerichtet. Das breit verteilte Flugblatt der „palästinensischen Gemeinde Hessen e.V.“, eine einzige Hetzschrift, fasst die Grundargumentation und Stimmung ganz gut zusammen. Auszüge:

„Wir wollen nicht schweigen, wenn Menschen geschlachtet und aus Opfern Täter gemacht werden. […] Seit drei Jahren stranguliert der Staat Israel den Gaza-Streifen entgegen allen Konventionen und Regeln des Völkerrechts […]. Israel hat mit seinen inhumanen Maßnahmen und seiner politischen Vorgehensweise das Leiden der Menschen in Palästina und besonders in Gaza bewusst verursacht. Aus dieser Not heraus versucht die Bevölkerung Gazas sich zur wehr zur setzen, damit die Welt aufwacht und nicht tatenlos zuschaut, wie Menschen im 21. Jhd. strategisch ausgehungert und vernichtet werden! Die Notwehr wiederum dreht Israel weltpolitisch so, dass es nun offiziell einen Angriffskrieg auf die zivile Bevölkerung hat und als Opfer statt Täter darsteht.“

Ein „linker Block“ war, wenn auch marginal, ebenfalls vertreten. Einige Volldeppen von „DIE LINKE Kreisverband Frankfurt“ und ihr hochschulpolitischer Ableger „dielinke.SDS“ waren sich nicht zu schade, in ihrem Flugblatt u.a. die „Freilassung aller politischen Gefangenen!“ zu fordern. Ein Bekannter von mir, der die Demo ebenfalls kritisch beobachtet hat, wurde von einer namhaften Frankfurter Antiimp-Israelhasserin als ‚Spitzel‘ enttarnt und bedroht: „Was machst Du hier im linken Block? Ich kenne Dein Gesicht, Du hast hier nichts zu suchen. Verschwinde besser, oder ich sag meinen Leuten bescheid. Die Leute sind aggressiv…“ Das war dann auch der Grund warum ich es mir erspart habe, später noch mal bei der Abschlusskundgebung vorbei zu schauen.

Scheint einer der größten antisemitischen Aufmärsche der letzten Jahre in Hessen gewesen zu sein. Siehe dazu auch die Fotostrecke bei hr-online.

click for photos
(mehr…)