Archiv für Juni 2009

Machts gut ihr Trottel…


…ich leg erstmal ne Blogpause ein :-D

Der unbewaffnete Arm der Nazis

umweltschutz ist heimatschutz
Gestern in Unterweser: Umweltschutz ist Heimatschutz.

Bildungsklau!

Da hab ich nun auf der Vollversammlung für den Streik gestimmt und was krieg ich dafür? Die Bibliothek ist blockiert und mein Lieblingsseminar ist auch ausgefallen! Ich sag nur Bildungsklau… naja… hm… klauen… da war doch was… ach ja: Magnus Klaue :-D hat unlängst einen sehr lesenswerten Essay mit dem Thema Protektion und Protest. Die „offene Universität“ als Wunschbild und Albtraum, publiziert. Ich sage: Lesen als Schutzimpfung vor Selbstverdummung, dann darf der AfE-Turm von meiner Warte aus gerne bis in alle Ewigkeit besetzt bleiben – auch wenn ich grade leider keine Zeit habe für spaßiges Barribauen im Treppenhaus.

Nachtrag: Vor lauter Bildungsstreik hatten die Studierenden leider keine Zeit mehr übrig, sich heute (20.Juni) an der antiklerikalfaschistischen Demo zu beteiligen, oder sich wenigstens zur Abschlußkundgebung vor dem iranischen Konsulat mal blicken zu lassen. Samstags um 12 ist ja aber auch ne harte Uhrzeit. Schwaches Bild…

Zur Kritik an der UmsGanze Broschüre

wer sich im dienste eines an der emanzipation des individuums orientierten antifaschismus verortend, ein wie auch immer bestimmtes massenkonzept fährt, wird sich vorher genau überlegen was für charaktere sich von dem vertretenen politikkonzept wohl angezogen fühlen. die mit solcherart politischer weitsicht aufkommenden widersprüche sind ums ganze in dem vorgelegten büchlein staat, >weltmarkt< und die herrschaft der falschen freiheit auch durchaus bekannt. zu der gretchenfrage – wie haltet ihrs mit dem subjekt? – wird daher selbstkritisch angemerkt:

Den Generalplan haben wir gerade verschlampt. Aber eins ist klar: Der Austritt der Menschen aus ihrer selbst geschaffenen Unmündigkeit muss das Werk bewusster Individuen sein. Und da gibt es sicher noch Einiges zu diskutieren. (111)

geradezu reflexhaft wird dann jedoch bereits in den folgesätzen diese diskussion um die von ums ganze praktizierte wendung aufs objekt wieder beendet, die widersprüche einseitig zu Gunsten der Masse aufgelöst:

Aber gerade wer in ganz konkreten Auseinandersetzungen steckt, muss gleichzeitig versuchen zu verstehen, nach welchen Prinzipien die bestehende Gesellschaft funktioniert, und was daran grundlegend falsch und feindlich ist. Insofern sind gesellschaftstheoretische Reflexion und Aufklärung unverzichtbar. Wir glauben ja auch nicht, dass wir die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Man muss sich aber schon bemühen, die grundlegenden Konflikte dieser Gesellschaftsordnung zu verstehen, anstatt sich begriffslos im politischen Alltag aufzureiben – und im Endeffekt an der Modernisierung des Kapitalismus mitzuarbeiten, statt an seiner Aufhebung. Hier hat die marxistische Linke einiges zu bieten.(111)

es wird also die beschädigtheit des subjekts eingeräumt, im gleichen atemzug jedoch mittels verschwurbelter ja-aber-argumentationsfigur die gleichsetzung von individuum und subjekt im praxisorientierten antifakonzept von der kritik ausgenommen. die politische linie von umsganze wird in dem büchlein über aller kritik verortet, weswegen diese schrift eben doch kein ernst gemeintes diskussionsangebot darstellt, sondern sich stattdessen als projekt zur theoretischen legitimation der eigenen praxis als teil einer selbsternannten avantgardebewegung entpuppt.
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