Sowohl international, als auch bei Angehörigen der Uni-Frankfurt, nehmen Empörung und Solidarität rapide zu!

Zu Beginn sahen sich die mutigen 20 Erstunterzeichner_innen der „Erklärung Lehrender der Goethe-Universität Frankfurt zum Vorgehen des Präsidiums“, noch erheblichem Druck innerhalb ihres Fachbereichs ausgesetzt. Diese Situation wird sich nun ein wenig geändert haben, hat die Unterstützer_innen-Liste doch mit mittlerweile fast 300 Akademiker_innen aus aller Welt, geradezu gigantische Ausmaße angenommen. Nicht wenige der Namen geniessen ein hohes, wissenschaftliches Renommee und die Liste wird mit jeder Stunde länger. Die Unterstützter_innen aus Frankfurt können nun als diejenigen anerkannt werden, die wenigstens einen Funken Restvernunft und Solidarität ihr eigen nennen. Dass Axel Honneth, der seit 2001 amtierende Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt, sich bis dato offenbar zu fein dafür war, auf einer internationalen „who-is-who“-Liste kritischer Gesellschaftsforschung zu stehen, sagt vielleicht ähnlich viel über die Zustände an der Uni-Frankfurt aus, wie der Inhalt der von ihm verschmähten Erklärung selbst.

Insbesondere in Frankfurt scheinen zur Zeit viele der ehemaligen Skeptiker_innen des Studierendenstreiks, ihre Einstellung diesbezüglich noch einmal zu überdenken. Es ist ein Lichtblick, dass offenbar in dem Maße, in dem die immernoch seitens des Präsidiums propagandistisch verzerrten Vorgänge auf dem IG-Farben-Campus der letzten Tage transparenter werden, auch ein aufgeklärter Umgang damit zunimmt. Einen weiteren, in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzenden Schritt gegen die Spaltungspolitik der Präsidialautokratie, stellt die gestern Abend beschlossene Resolution der Fachschaftenkonferenz (FSK) dar. Die FSK besteht aus (Studierenden-)Delegationen der 16 Fachschaftsräte, sowie der Lehramts-Fachschaft L-Netz. Nach einer ausgiebigen Diskussion zum Bildungs-Streik unter besonderer Berücksichtigung der „Casino“-Räumung, stimmten 15 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und einer Ablehnung einem sehr deutlichen Resolutionstext zu. Die Veröffentlichung wurde bisher allerdings noch zurück gehalten, um im Sinne einer vollends geschlossenen Mehrheit, den beiden bei der Abstimmung etwas zögerlich gewesenen Fachschaften die Möglichkeit einer Revidierung ihrer abgegebenen Stimmen einzuräumen.

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Nachtrag 11.12.: Die Unterstützer_innen-Liste der „Erklärung der Lehrenden“ scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Auch in der FR von heute ist sie als gewichtiges Signal hervorgehoben worden.

2ter Nachtrag: Mittlerweile ist eine Solidaritätserklärung online, in der auch der Rücktritt des Präsi gefordert wird. Hier kann man sie unterstützen.


1 Antwort auf “Sowohl international, als auch bei Angehörigen der Uni-Frankfurt, nehmen Empörung und Solidarität rapide zu!”


  1. 1 Diskussionsveranstaltung: Campus als öffentlicher Raum: Demokratieprozesse in der verwalteten Welt « meta . ©® . com Pingback am 15. Dezember 2009 um 17:55 Uhr
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