Tron Legacy

eine reine lightshow mit gegen null gehender handlung, in der ohne mit der wimper zu zucken zusammenkopiert wurde was spaß macht. vor allem der soundtrack von daftpunk, zwei zuckersüße teenager, die sich in einer milchbar mit den türstehern prügeln, the dark knights batmobil und weltraumgeballer vor dem panorama des todessterns machen spass, doch die liste der plagiate und eastereggs ist so lang wie der film selbst. walt disney pictures hat damit genau dort weitergemacht, wo auch der erste tron-streifen bereits pionierarbeit leistete: die rückführung des films zu seinem ursprungsort, dem jahrmarkt. formal aufregend, inhaltlich mit den plattesten klischees angefüllt. während sich 1983 über diese niveaulosigkeit noch geärgert wurde kann man es heute gelassener angehen, die 3d-brille aufsetzen und einfach zur kenntnis nehmen, dass tron legacy selbstverständlich als fortsetzung angelegt ist. die unpersönliche atmosphäre eines 3d-kinos, in dem alle hinter ihrer brille sitzen und starr geradeaus schauen, kommt meinem eskapistischen bedürfnis ausserdem sogar entgegen. wenn ich mir spät abends mit ein paar reingeschmuggelten dosen 5,0 einen total stupiden streifen im musikvideoformat reinziehe, lasse ich meine sitznachbarn im kino eh nur als schablonen gelten – was soll ich da mit ausdifferenzierten charakteren im film? so wenig sozialkontakt wie möglich ist stattdessen das motto; und wenn ich kurz nach dem kino bereits alles wieder vergessen habe ist das auch nicht weiter schlimm bzw. sinn der sache.

so z.b. die story mit der transmitterübertragung von menschen in ein betriebssystem, wo dann faschismus herrscht; eine idee die schon damals so bescheuert und lahm war, dass sie auch heute noch keine weitere zeile wert ist. das gremliza diesem mist eine ganze seite in seinem heftchen einräumt hat mich endgültig die entscheidung fällen lassen, mein sauer verdientes geld nicht mehr an die konkret zu vergeuden.