Archiv für März 2011

Heinz Steinert ist gestorben

Ohne Heinz Steinerts Arbeiten hätte ich vielleicht nie innerhalb des universitären wir-rezipieren-Adorno-v.a.-über-Marx-und-die-Staatstheorie-Kontext einen für mich schlüssigen Weg zur Kritischen Theorie Th.W. Adornos gefunden. Die von Steinert entwickelte psychoanalytisch geerdete Lesart von kulturindustrieellen Ereignissen und die darauf fussende Aktualisierung der Kulturindustriediagnose ist grandios. Seine Bücher vermitteln mir Lust an der Sozialforschung und beeindrucken durch ein innerhalb der akademischen Adornorezeption eigenständiges und mutiges Interesse daran, die (alte) Kritische Theorie fort zu führen und für Gesellschaftskritik zu nutzen.

Doch geht es mir hier nicht darum, den Versuch eines Nachrufs zu wagen. Werkbezogen fehlt mir dafür die Kompetenz und überdies kannte ich Heinz Steinert auch persönlich kaum, abgesehen davon dass ich ihn in seinen Uni-Seminaren in Frankfurt als einfühlsame und freundliche Persönlichkeit zu schätzen lernte. Dennoch habe ich das Bedürfnis, wenigstens mit ein paar Zeilen Abschied zu nehmen. Ich verdanke Heinz Steinerts Arbeiten unsagbar viel an Erkenntnis und v.a. an intellektuellem Lustgewinn, wofür ich mich nun nie mehr bei ihm bedanken werde können. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für mich.