Archiv für November 2011

NERDALERT!


Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz erkennen^^

Zur Lektüre empfohlen: „AUS.SCHLUSS! Barrierefrei veranstalten“ (ak-moB)

Der seit 2007 in Berlin tätige „Arbeitskreis mit ohne Behinderung“ [ak-moB] ist ein Zusammenschluss behinderter und nicht behinderter Menschen, der sich in etwa als eine Art Referat für Behindertenpolitik der linken Szene begreift und ideologisch an die autonome Krüppelbewegung anschliesst.

Linke Behindertenpolitik heißt für den ak moB, die Bedürfnisse Behinderter mit einer Kritik an Kapitalismus, Rassismus und an heteronormativen Geschlechterverhältnissen zu verbinden. Die Gruppe nahm an den letzten beiden Mayday-Paraden mit eigenen Redebeiträgen teil, organisierte eine Diskussionsveranstaltung zu Behinderung im Nationalsozialismus und erstellt aktuell einen Leitfaden zur Barrierefreiheit für linke Gruppen. Damit soll die Aufmerksamkeit der linken Szene für barrierefreie Einrichtungen erhöht und Möglichkeiten bekannt gemacht werden, wie notwendige Gelder akquiriert werden können. Gerade in den politischen Zusammenhängen, in denen der ak moB sich selbst verortet, möchte er den Zugang zu Räumlichkeiten nicht erschwert bekommen. […]
Im Vordergrund der politischen Arbeit steht allerdings die Forderung nach der Selbstorganisation Behinderter gegen die Bevormundung durch Nichtbehinderte.
Link

Anfang diesen Monats hat der ak-moB mit der Broschüre „AUS.SCHLUSS! Barrierefrei veranstalten“ einen praxisorientierten Leitfaden zur Schaffung von Barrierefreiheit in linken Zusammenhängen und Projekten publiziert, der ziemlich lesens- und diskutierenswert ist. „Die Idee zur Broschüre entstand aus dem Eindruck, dass Barrieren in der Linken noch nicht in ausreichendem Maße gesehen und beseitigt werden, weil es trotz guten Willens oft an ökonomischen Mitteln, Bewusstsein und vor allem an Know-how fehlt.“ (S. 5). Auch wenn der Text betont kontruktiv formuliert wurde ist es unmissverständlich, dass er eine politische Intervention darstellt, die nicht nur eine Sensibilisierung für Missstände im Bereich der Barrierefreiheit in linken Zusammenhängen zum Ziel hat, sondern auch extreme Angenervtheit von bestimmten Erfahrungen zum Ursprung. Auch in letztere gewährt der Text Einblicke.

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